Artikel zu Gera auf “MUT gegen rechte Gewalt”

19. Juli 2010

Text von Frank Zobel (erschienen auf www.mut-gegen-rechte-gewalt.de)

Am letzten Samstag fand in Gera das Neonazi-Festival „Rock für Deutschland“ statt. Viele der Gegendemonstrantinnen und Gegendemonstranten kamen von außerhalb. Eine Reportage aus einer Stadt, die ihr Problem noch nicht wirklich erkannt hat.

„Die Gegenproteste waren in Teilen ein Erfolg“, so formuliert es Hannes Roth aus dem Vorbereitungskreis gegen das „Rock für Deutschland“. Der Teilerfolg lag hierbei vor allem in der Sensibilisierung. „Das Neonazi-Fest wurde das erste Mal als Problem wahrgenommen“, erklärt Roth gegenüber MUT. In den lokalen Medien wurde im Voraus breit darüber berichtet. Verhindert wurde es aber nicht, behindert nach Angaben der Organisatorinnen und Organisatoren der Gegenveranstaltungen schon. Das Hasskonzert für die rund 1000 angereisten Neonazis konnte jedoch pünktlich beginnen. „Es war deprimierend zu sehen, wie wenig Geraerinnen und Geraer an den Blockaden gegen das Nazifest beteiligt waren“, meint eine Teilnehmerin der Protestaktionen aus Jena. Nach offiziellen Angaben nahmen ca. 1000 Menschen an den Gegenprotesten teil, von dem ein großer Teil aus anderen Städten wie Jena, Weimar, Dresden oder Berlin anreiste. Weiterlesen »

Sitzen trotz Hitze

11. Juli 2010

Danke an alle, die mit uns geschwitzt, gestanden und gesessen haben! Mit vielfältigen Aktionen im Vorfeld und mit den Blockaden der wichtigsten Zugangswege am Tag selbst habt ihr dafür gesorgt, dass das Nazifest “Rock für Deutschland” nicht ungehindert in Gera stattfinden konnte.

Info Updates – ausdrucken und einstecken!

08. Juli 2010

Wir haben nachgelegt! Alle Infos auf einen Blick, ausdrucken, aufschreiben und im Blockadepaket dabei haben.

Info-Telefon: 0162/5919379 und 0179/7219276 (Achtung, geändert!)
EA-Nummer: 0351/89960456
WAP-Ticker: http://ticker.hopto.org
Twitter: twitter.com/10Juli2010
Karte:

Zeiten/Infos:

Beginn der antifaschistischen Warm-Up-Demonstration ist am 9. Juli, 19:00 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz in Gera. Die Kundgebungen um das Nazifest beginnen am 10. Juli ab 8:00 Uhr.

Das Nazifest auf der Spielwiese ist von 12:00 Uhr – 20:00 Uhr angemeldet. Die Anreise der Nazis beginnt bereits Freitagabend und Samstagvormittag. Es empfiehlt sich daher schon früh in Gera zu sein und sich während der Anreise und in der Stadt den ganzen Tag in größeren Gruppen zu bewegen. Nutzt wenn möglich die Anreise mit den Bussen oder kommt schon am Vorabend nach Gera: Übernachtung. Solltet ihr mit PKWs anreisen, parkt möglichst nicht in Gera-Debschwitz in der Nähe des Nazifests (westlich des Flusses).

Aktuelle Infos gibt es auch bei www.nazifeste-abschalten.tk!

Also auf nach Gera zur antifaschistischen Vorabenddemo und den Blockaden gegen das Nazifest – wir freuen uns auf eure Unterstützung!

Vorbereitung ist alles…

08. Juli 2010

Zur individuellen Vorbereitung haben wir ein kleines Block it Gera!-Kit zusammengestellt. Uns gelingt es nur, das Nazifest zu blockieren, wennn wir gut ausgestattet sind. Bildet daher bereits im Vorfeld (spätestens auf der Anreise!) Bezugsgruppen.

  • geeignete weite Kleidung, da wir mehrere Stunden Straßen/Plätze blockieren werden
  • Getränke/Essen: Wasser, Wasser und noch mehr Wasser (es wird richtig heiß), Lunchpaket, evtl. Süßigkeiten
  • Sonnenbrille und Sonnencreme nicht vergessen
  • Stadtplan von Gera – wir müssen ggf. mobil agieren, Edding und Papier für Info- und EA-Nummern
  • Gute Laune, gegenseitige Rücksicht und etwas Sitzfleisch kann nicht schaden


Zusammen reisen – zusammen blockieren!

07. Juli 2010

Am Samstag wird es aus mehreren Städten eine organisierte Busanreise geben. Bitte meldet euch bei den entsprechenden Stellen. Für Fragen, Kontakt und Koordination haben wir die mailadresse:

anreise.nazifeste-abschalten@riseup.net

eingerichtet. Inzwischen ist bekannt, dass auch aus diversen anderen Städten Menschen mit PKWs nach Gera fahren werden. Wir freuen uns über den Support, möchten aber auch für diese Menschen empfehlen uns zu kontaktieren, um beispielsweise die Parkplatzfrage nicht über das Infotelefon klären zu müssen. Übrigens empfehlen wir ebenso wenig das liebgewonnene Auto in Debschwitz (Gegend um das Nazifest) abzustellen, wie wir dazu raten mit dem Zug zu fahren. Wer dennoch nicht auf das Vergnügen deutsche Bahn verzichten möchte, sollte entweder schon am Vorabend zur Demonstration “Es gilt mehr abzuschalten als nur Nazifeste” (19 Uhr Hauptbahnhof) sich auf den Weg machen oder zumindest die Anfahrt in größeren Gruppen planen – Zusammen reisen – zusammen blockieren!

Auf einen Blick: Infotelefonnummern / EA für Samstag

06. Juli 2010

Alle Infos auf einen Blick:

Info-Telefon: 0162/5919379 oder 0179/7219276 ?
EA-Nummer: 0351/89960456 ?
WAP-Ticker: http://ticker.hopto.org ?
Twitter: twitter.com/10Juli2010

Die Nummern werden ab Freitag Abend aktiv sein!


Infotelefon

Über das Info-Telefon können Informationen zur aktuellen Lage vor Ort abgerufen werden. Zum Beispiel, welche Straßen gesperrt sind, wo es Blockadepunkte gibt, etc.. Wir werden uns bemühen, diese Informationen auch in den Fingerspitzen bekannt zu geben.

Wer die Möglichkeit hat, nutzt bitte den WAP-Ticker anstelle des Info-Telefons – das ist oft kostengünstiger und blockiert nicht die Telefonleitung.

EA-Nummer

Der Ermittlungsausschuss (EA) sammelt neben allgemeinen Informationen zu Polizeiübergriffen, Ingewahrsamnahmen und Festnahmen hauptsächlich die Namen und Geburtsdaten von Verletzten und Fest-/Ingewahrsamgenommenen. Er hält Kontakt zu den AnwältInnen des LegalTeams und gewährleistet so, dass den Festgenommenen rechtzeitig ein Rechtsbeistand zur Seite gestellt werden kann.

Achtung: Ruft diese Nummer nur an, wenn ihr eine Festnahme beobachten und konkrete Angaben dazu machen könnt. Um allgemeine Infos zu bekommen oder abzugeben, benutzt das Infotelefon.

WAP-Ticker

Fast jedes Handy, das nicht älter als fünf Jahre ist, bietet die Möglichkeit, WAP-Dienste zu nutzen. Ähnlich einer kleinen Internetseite könnt ihr so die neusten Informationen während der Demo abrufen.

Schauen sie sich das Menü ihres Handys vorher genau an. Unter der Option “Internet”, “Online” oder “WAP” lässt sich bei den meisten Geräten die Adresse des Tickers eintragen und abspeichern. Solltest du nicht sicher sein, ob ihr Handy WAP unterstützt, schau mal ins Handbuch deines Handys.

Als Faustregel gilt: 1x mal anrufen und eine Minute mit dem Infotelefon reden ist genauso teuer, wie 10x den Ticker abrufen. Dort wird nämlich nur Text übertragen und da die Abrechnung kilobyteweise (also nach der Menge der übertragenden Daten) oder pauschal erfolgt, ist das extrem kostengünstig.

Aufruf der AAG zur Vorabenddemo

05. Juli 2010

Unter dem Motto “Es gilt mehr abzuschalten als nur Nazifeste” ruft die AAG zu einer Demonstration am Vorabend der Naziveranstaltung “Rock für Deutschland” auf. Den Aufruf findet ihr hier, nähere Infos auf der Seite www.nazifeste-abschalten.tk.

Aufruf:

Wider der kapitalistischen Normalität

Einen Tag später, am 10. Juli, soll das alljährliche Nazigroßevent „Rock für Deutschland“ in Gera stattfinden. Die Gegenaktivitäten hierzu sollen in diesem Jahr unterschiedlich gestaltet sein. Zu diesem Zweck hat sich ein breites Bündnis gegründet. Auch antifaschistische Gruppen beteiligen sich an dieser Arbeit.

Aber reicht das?

Nazis veranstalten „Feste“ oder Aufmärsche und darauf wird reagiert – öfters erfolgreich. Unsere grundsätzliche Kritik an den herrschenden Verhältnissen wird in der aktuellen und notwendigen „Bündnis bis zur Mitte“-Politik – und da sollten wir ehrlich sein – zu solchen Anlässen pragmatisch auf einen Minimum reduziert. Die bürgerlichen Gruppen in verschiedenen Bündnissen haben wenig Lust, ihre unklaren Standpunkte zu konkretisieren: Zu Begriffen wie „Gewalt“ und „Legalität“ (bloss keine Nazis hauen, aber LKWs bombardieren und Flüchtlinge einknasten), oder „Arbeit“ (Arbeitsplätze fordern, ohne zu klären, wozu diese Mehrarbeit gut sein soll, außer dem zunehmend hilflosen Versuch, Kapital zu produzieren) gibt es keine weiterbringenden Diskussionen.
Sie unterstützen somit den kapitalistischen Frieden, auch wenn er notwendiger Weise physische und strukturelle Gewalt produziert, über weite Strecken einfach gewaltförmig ist. Weiterlesen »

Öffentlicher Druck zeigt Wirkung – kein Heimspiel für Nazifest auf Geras Spielwiese

01. Juli 2010

Inzwischen begreifen sogar die Veranstalter des Nazifestes “Rock für Deutschland” um Anmelder und Thüringer NPD-Funktionär Gordon Richter anscheinend, dass sich der Widerstand gegen die “Großkundgebung mit musikalischem Rahmenprogramm” immer stärker formiert. Nicht nur, dass sich immer mehr Menschen mit der Kampagne gegen Europas größtes Nazifest solidarisieren und ihrem Unmut artikulieren, auch schränkt die Kampagne und der daraus resultierende öffentliche Druck auf Anmelder und Sympathisanten deren Handlungsspielräume erheblich ein.

Auf der Homepage der alten und neuen Nazis ist aktuell zu lesen, dass man sich nicht erneut – wie in Dresden, Berlin oder Erfurt blockieren lassen möchte – von daher werden in unfreiwillig komischer Ernsthaftigkeit Anreize propagiert, die wir an dieser Stelle wirken lassen wollen: “Die ersten 1000 Teilnehmer erhalten eine [...] CD als Dankeschön für ihre Treue”. Sorge und Verzweiflung spricht aus diesen Zeilen der faschistischen “Musikfans”, die wir ihnen nicht nehmen werden, denn wir fordern auch weiterhin dazu auf:

Nazis dort blockieren, wo sie marschieren bzw. feiern wollen!

Auch für den Fall, dass die Neonazis unbemerkt den Veranstaltungsort wechseln sollten, sind wir vorbereitet. Weitere Informationen und Karten der Szenarien werden an dieser Stelle veröffentlicht.

aktualisierte Aktionspunkte am 10. Juli

25. Juni 2010

Am 10. Juli gibt es aus Protest gegen Europas größtes Nazifest in Gera verschiedene Kundgebungen rund um die so genannte Spielwiese (Ort des Nazifestes). Angemeldet sind diese Kundgebungen von Landtagsabgeordneten der Parteien die Linke, Vertreterinnen der Jusos, den Grünen und der Gewerkschaften.

Wir rufen dazu auf, Euch an den Kundgebungen zu beteiligen. Orientiert euch an den Aktionspunkten und versammlungsrechtlich geschützten Räumen. Einige Punkte (In der Karte: roter und pinker Pfeil) sind dabei von besonderer Bedeutung. Seid rechtzeitig vor Ort, organisiert eine gemeinsame Anreise. Zur Koordination, bei Fragen und für den Buskontakt haben wir die Adresse: anreise.nazifeste-abschalten@riseup.net eingerichtet.


Drohkulisse wird bereitet – Gera im Vorfeld des 10. Juli 2010

21. Juni 2010

Dass im Vorfeld einer breiten Aktion gegen neofaschistische Großereignisse, wie das “Rock für Deutschland” eines ist, von Seiten staatlicher Organe und auch den politischen Gegnern ein unrealistisches Bedrohungsszenario aufgebaut wird, ist inzwischen leider traurige Realität geworden – auch Gera schreibt ein Kapitel dieser Geschichte(n) fort.

Da vergleichsweise die Boulevard-Presse im Vorfeld der erfolgreichen Blockadeaktionen in Dresden am 13. Februar von “Linksextremisten” und “Schlachtplänen” fabulierte oder Amtsträger anlässlich des 1. Mai vor den ersten Toten bei eskalationslosen Sitzblockaden und Demonstrationen gesprochen wurde, scheint es in der lokalen Öffentlichkeit noch recht ruhig im Umgang mit den Gegenaktivitäten anläßlich Europas größten Nazifestes zu sein – zumindest oberflächlich. Während im vergangenen Jahr teils Lokalpolitiker Demonstranten übel denunzierten, der Oberbürgermeister nicht an den Gegenprotesten teilnahm und die protestorganisierende Zivilgesellschaft eher von der Dimension des Geschehens überfordert blieb, bereitet sich diesesmal ein breites Bündnis aus Engagierten und Initiativen auf die Geschehnisse am 10. Juli 2010 in der Elsterstadt vor. Damit erhöht sich auch der Druck auf Ordnungsbehörden, Exekutivkräfte und eben den politischen Gegner. Weiterlesen »