Newsletter 09/2010

Liebe Freundinnen und Freunde,

dies ist der September-Newsletter des Jenaer Aktionsnetzwerks gegen Rechtsextremismus. Wir möchten auf unser nächstes Treffen hinweisen und informieren über die Themen, die wir zur Zeit diskutieren und die Aktionen, die wir vorbereiten.

Septemberplenum

Wir laden ein zum Plenum am kommenden Donnerstag, 9. September, um 20 Uhr im Hörsaal 8 am Abbe- Campus der Universität. Für Menschen, die zum ersten Mal dabei sind, bieten wir ab 19:30 Uhr Informationen und Erklärungen zum Netzwerk, zu unserer Arbeitsweise und zu Möglichkeiten, sich einzubringen. Wichtigstes Thema soll der weitere Kurs des Aktionsnetzwerks sein.

Perspektive das Aktionsnetzwerk

Die Nazis haben das "Fest der Völker" abgesagt. Die Aussicht, schon wieder stundenlang vor Blockaden zu warten und nur über Umwege zum Konzert zu kommen, hat schon im letzten Jahr viele ihrer Besucher abgeschreckt. In diesem Jahr haben es die Organisatoren gleich abgesagt. Das kann so bleiben.

Für uns ist diese Absage nicht bloss erfreulich, sondern mehr: das "Fest der Völker" wurde für ein ganzes Jahrzehnt in Jena angemeldet, war europaweit ein bedeutender Treffpunkt rechter Aktivisten und schien fest etabliert zu sein. Die Blockaden 2007 waren erfolgreich und folgenreich - in Jena entwickelte sich eine neue Sensibilität für das Thema. Es entstand das Aktionsnetzwerk und Ziviler Ungehorsam wurde laut und vernehmlich als praktikables Mittel gegen Naziaufmärsche diskutiert, in Hörsälen und auf Zeitungsseiten, auf dem Marktplatz und am Küchentisch. In Jena und weit darüber hinaus machten in den letzten Jahren massenhaft Menschen die Erfahrung, dass sie wirksam sein können und intervenieren können, wenn sie gemeinsam Ziele formulieren und diese zusammen angehen.

Wir haben dabei eine speziellen Ansatz entwickelt: das Aktionsnetzwerk ist keine Partei, kein Verein, keine autonome Gruppe sondern offen, transparent, ungehorsam, kreativ, liebevoll, beharrlich, verantwortlich, beteiligungsorientiert, anschlußfähig, öffentlich, organisiert, trainiert, professionell ....

Schon auf dem letzten Plenum wurden Themen vorgestellt, die zunehmend in den Radius des Netzwerks wachsen: Proteste gegen die Allmacht der Banken und die Atompolitik der Bundesregierung. Um zu entscheiden, ob wir uns als Aktionsnetzwerk dafür öffnen oder uns weiter auf Rechtsextremismus konzentrieren, möchten wir das mit Ihnen und Euch diskutieren - mit möglichst vielen Menschen, die sich in den letzen Jahren im Netzwerk engagiert haben.

Wir laden Euch und Sie herzlich und dringend ein, diese Diskussion mit uns zu führen und gemeinsam zu bestimmen, auf welchen Weg wir uns machen.

"Fest der Völker" abgesagt

2007 hieß es: "Wir müssen dreimal blockieren, dann geht denen die Luft aus." Damals Spekulation - heute Gewissheit. Für uns bleibt dennoch wichtig:

  • wir fahren am 11. September nach Pößneck,
  • wir wollen unseren Protest gegen den braunen Ungeist vor die Tore des "Schützenhauses" tragen,
  • wir wollen die an Jenaer und Pößnecker Schulen vorbereitete Banneraktion unterstützen,
  • wir wollen unsere Solidarität mit dem Bündnis "Pößneck nazifrei" und allen Pöß┬čneckern zeigen, die sich an diesen Tag gegen die Nazis in ihrer Stadt wehren.
  • wir treffen uns am 11. September um 10:10 Uhr am Paradiesbahnhof und fahren gemeinsam mit dem Zug nach Pößneck.

Informationen dazu auf dem Plenum und aktuell unter www.aktionsnetzwerk.de

Arbeitsgruppe zum >Februar 2011 in Dresden

Die Aktivitäten zur Vorbereitung des 13. Februar 2011 in Dresden rücken immer näher und damit auch die Frage, wie und mit welchen Kräften unser Aktionsnetzwerk sich daran beteiligen will. Am 8. und 9. Oktober 2010 wird in Dresden die Aktivierungskonferenz des Bündnisses "Dresden-nazifrei" stattfinden. Neben der (bloßen) Teilnahme sind wir dort auch bei der Mitorganisation einiger workshops gefragt.

Ein wichtiges Thema wird dabei der Umgang mit dem Opfermythos sein.

Während der Strategiekonferenz in Jena wurde die Idee formuliert, dass jede Gruppe für die Aktionskonferenz in Dresden ihre Position dazu benennen soll.

Für die Wirkung bei der Dresdner Bevölkerung wurde vorgeschlagen, Fragen an Dresden zu stellen, beispielsweise: welche Schlüsse und Konsequenzen wollen die verschiedenen politischen Kräfte ziehen angesichts der unbestreitbaren Tatsache, dass die bisherige Art des Gedenkens in massiver Weise nicht nur anschlussfähig für die Demagogie der Nazis ist, sondern diese wohl eher noch befördert?

Für all diese vor uns stehenden Aufgaben soll im Aktionsnetzwerk dazu eine Arbeitsgruppe gebildet werden.

Aufruf zur Abschaffung der Residenzpflicht

Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland hat einen Aufruf zur Abschaffung der Residenzpflicht gestartet. Wir begrüssen diese Initiative sehr und möchten durch zahlreiche Unterstützerinnen und Unterstützer zu ihrem Erfolg beitragen. Der Aufruf steht im Internet unter www.ekmd.de und kann dort unterzeichnet werden. Information und Link bitte weitergeben!



Wir freuen uns, Sie und Euch alle zu sehen und gemeinsam weiterzudenken.
Mit solidarischen Grüssen,

Christoph Ellinghaus und Luise Zimmermann



Spendenaufruf

Die Vorbereitungsaktivitäten und die Busanreise kosten uns eine ganze Menge Geld. Bitte spendet, spenden Sie auf das Konto des Aktionsnetzwerkes:

Aktionsnetzwerk
Kontonummer: 035 858 1501
Bankleitzahl: 820 80 000
Dresdner Bank Jena

Ausschluss

Entsprechend §6 Abs.1 VersG weisen wir darauf hin, dass Personen, die rechtsextremen Parteien angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, von unseren Veranstaltungen ausgeschlossen sind.

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