Es ist uns in Pößneck nicht gelungen, das "Fest der Völker" zu verhindern. Dass die Nazis an ihrer Veranstaltung am 12. September aber nicht viel Spaß hatten, lag auch an uns - an den mehr als 600 Menschen, die mit uns und unserem Konzept von gewaltfreien aber entschlossenen Sitzblockaden versuchten, die Zugänge zum Festplatz zu besetzen.
Nach wie vor veranstalten Nazis Aufmärsche, Kundgebungen und Feste - immer wieder Anlass für uns, darüber nachzudenken, wie wir uns dem wirkungsvoll und energisch widersetzen können und möglichst viele Menschen dafür gewinnen, sich dem anzuschließen.
Diesmal Leipzig: für den 17. Oktober rufen Neonazis zu einer Demonstration auf durch die Stadt auf. Schon vor Jahren haben Menschen in Leipzig die gute Erfahrung gemacht: es ist möglich, sich solchen Veranstaltungen effektiv entgegenzusetzen. Dies gelang so eindrucksvoll, dass Christian Worch daraufhin seine Ankündigung von regelmäßigen Aufmärschen für die kommenden Jahre zurückzog. Anknüpfend an diesen Erfolg haben sich viele Leipzigerinnen und Leipziger entschlossen, auch der für den 17. Oktober angesagten Demonstration deutlich, gemeinsam und gewaltfrei entgegenzutreten. Freundinnen und Freunde aus der Umgebung und weit darüber hinaus stehen ihnen dabei zur Seite - wir auch. Der Leipziger Aufruf, der uns aus dem Herzen spricht, ist hier zu finden. Mehr Informationen finden Sie unter www.leipzig-nimmt-platz.de. Genauere Verabredungen wird es bei unserem nächsten Plenum geben: Donnerstag, 8. Oktober, 20 Uhr im Hörsaal 8 am Uni-Campus Abbe-Platz.
Die Zusammenarbeit mit Initiativen in anderen Städten ist zunehmend ein Thema für unsere Arbeit. Wenn Sie sich beteiligen möchten, informieren Sie sich unter www.aktionsnetzwerk.de und abonnieren Sie unseren monatlichen Newsletter.
Nachlese(n) - heute 19 Uhr am Glashaus im Paradies
Eine ausführliche Nachbereitung unserer Aktionen findet heute, Montag den 14. September, um 19 Uhr am Glashaus im Paradies statt. Eine Beschreibung der Abläufe am Samstag aus Sicht der Fingerspitzen können Sie hier nachlesen. Es wird Berichte vom Legalteam geben, Einschätzungen von Infotelefon und Ermittlungsausschuss. Die Demo-Sanis haben glücklicherweise fast nichts zu berichten. Nazis hatten keinen Spaß
Für den 12. September hatte die NPD Jena zum 4. "Fest der Völker", einem als Kundgebung getarnten internationalen Rechtsrockfestival, nach Pößneck eingeladen. Fast eintausend Menschen aus ganz Thüringen und darüber hinaus beteiligten sich an vielfältigen Aktionen gegen das Nazievent. Davon schlossen sich mehr als sechshundert dem Konzept des Aktionsnetzwerks an und versperrten in drei gewaltfreien Sitzblockaden die Zugänge zum Veranstaltungsort der Nazis. Die Rechtsextremen kennen das schon: 2007 wurde der Beginn des FdV in Jena über Stunden verzögert, 2008 die Hauptzugänge in Altenburg blockiert. In Pößneck erreichten heute nur 470 Rechtsextreme ihr Konzert und hatten dabei wenig Spaß. Durch das beharrliche zivilgesellschaftliche Engagement der letzten Jahre verliert das so genannte Fest der Völker spürbar an Attraktivität innerhalb der rechtsextremen Szene. "Es ist der Jenaer NPD nicht annähernd gelungen, so viele Besucher zu mobilisieren, wie angestrebt. Das sehen wir als Erfolg der vielfältigen Protestbewegung an," so Luise Zimmermann, eine der SprecherInnen des Jenaer Aktionsnetzwerks. "Der heutige Tag zeigt, dass ziviler Ungehorsam gegen Nazifeste nicht nur legitim, sondern auch erfolgreich ist." Zwar gelang es uns nicht, das Nazifest zu verhindern. Aber eines konnten wir der NPD zeigen: ihre Strategie, in immer kleinere Städte auszuweichen, hat keinen Erfolg. Der Widerstand wächst auch dort; jedes "Fest der Völker" führt zu einem Erstarken der lokalen Initiativen und der thüringenweiten Vernetzung. Viele Menschen begreifen es endlich als ihr Problem, wenn Nazis aus ganz Europa ihre Menschenverachtung feiern. "Blockaden sind eine Aktionsform, die es Vielen ermöglicht, ihren Protest nicht nur deutlich, sondern auch wirksam zu machen", sagt Eckart Hesse vom Jenaer Aktionsnetzwerk, das gemeinsam mit anderen Initiativen zu den Blockaden aufgerufen hatte. Treffpunkt JenaEs bleibt dabei: Wir treffen uns 08:00 Uhr am Paradiesbahnhof in Jena! Wir kümmern uns darum, dass alle, die mitfahren wollen, auch mitkommen. Alles Wichtige auf einen Blick
Treffpunkt: 9 Uhr an den Bahnhöfen in Pößneck
Stadtplan: hier Info-Telefon: 03647 / 43 85 03 EA-Telefon: 0174 / 89 14 114 (Was ist der EA?) WAP-Ticker: http://no-fdv.hopto.org (Was ist ein WAP-Ticker?) |