| Der 13. Februar und die Aussichten |
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Das letzte Interview der Sprecherin des Aktionsnetzwerkes sorgt für eine Debatte um den Umgang aller antifaschistisch arbeitenden Menschen Jenas miteinander. Hier unsere gemeinsame Stellungnahme: Vorweg: Das Video ist weder die wöchentliche Botschaft des Aktionsnetzwerks noch unsere umfassende Erklärung zum 13. Februar. Es sind vielmehr Teile eines längeren Interviews, von Jenapolis zusammengeschnitten auf fünf Minuten. Zu ergänzen bleibt Etliches, besonders in Anbetracht einiger Nachfragen und offensichtlicher Missverständnisse ( zum Beispiel hier ) Nach wie vor halten wir den 13. Februar 2010 in Dresden für einen denkwürdigen Tag: Zum ersten Mal ist es gelungen, den Naziaufmarsch wirklich zu verhindern. Mehr noch: allein das Zustandekommen des Bündnisses "Nazifrei – Dresden stellt sich quer" ist ein beispielloser Erfolg. Unzählige antifaschistische Gruppen, zivilgesellschaftliche Initiativen, Jugendorganisationen, Zusammenhänge aus Kirchen und Friedensbewegung, sowie tausende Einzelpersonen fanden zu einer klaren Ansage zusammen: „Wir werden den Naziaufmarsch blockieren und teilen dafür einen Aktionskonsens“. Aus der Vielfalt des Bündnisses erwuchs seine Stärke: von autonomen antifaschistischen Gruppen konnten andere etwas über die Entschlossenheit lernen, die nötig ist, um Nazis aufzuhalten. Bürgerliche Bündnisse brachten ihre programmatische Vielfältigkeit ein und zivilgesellschaftliche Initiativen die Idee des Zivilen Ungehorsams. Erst diese Mischung machte den Erfolg am 13. Februar möglich. Dieses Bündnis war und ist natürlich eine fragile Angelegenheit. Auch Erfolg ist anstrengend und schwer zu verkraften, wenn man ihn nicht gewöhnt ist. Spätestens jetzt zeigen sich die Schwachstellen der Konstruktion: Alle Beteiligten müssen lange Wege zurücklegen, um sich zu treffen. Natürlich existieren jede Menge Unterschiede zwischen den Verbündeten, in ihren politischen Ansichten, ihrer Arbeitsweise, ihrer Eskalationsbereitschaft und ihren Einschätzungen. Das ist gut so. – Ziel des Bündnisses ist es nicht, diese Unterschiede zu nivellieren. Dennoch besteht der Weg zum gemeinsamen Erfolg nicht in der einfachen Addition unterschiedlicher Aktionsformen, sondern in der koordinierten Zusammenarbeit im Rahmen eines von allen getragenen Aktionskonsenses. Neben der Freude über den ersten – und erstmal auch nur singulären – Erfolg hoffen wir sehr, dass die gewonnenen Verbindungen belastbar bleiben und nicht sofort wieder durch Anfeindungen und Lagerkämpfe zunichte gemacht werden. Das leidige Muster "hilflose Demokraten vs. militante Antifa" hat lange genug Bemühungen um Gemeinsamkeit torpediert und effektives Handeln verhindert. Im Vorfeld des 13. Februar gab es reichlich Versuche, die ErstunterzeichnerInnen des Blockadeaufrufs zu diffamieren. Antifaschistisches Engagement von Gruppen, Institutionen und Einzelpersonen wurde von staatlichen Organen kriminalisiert. Selbst Medien, die nicht ausschließlich dem Boulevard zuzurechnen sind, schrieben hysterisch von "linksextremistischen Chaoten" und "Polittouristen". Wir alle, die das Bündnis "Nazifrei – Dresden stellt sich quer" ausmachen, sollten mit diesen – als Beschimpfung gemeinten – Worten getroffen, Sympathisanten abgeschreckt und Nazis beschwichtigt werden. Diese Strategie ist offensichtlich nicht aufgegangen. Wer jetzt noch in diese Kerbe schlägt, macht sich nachträglich zum Büttel der sächsischen Staatsanwaltschaft & Co. Genau gegen diese Rhetorik wandte sich der Satz, der jetzt für große Aufregung sorgt. Zitieren nennt man die Technik. Die "Gänsefüßchen" waren deutlich zu hören, der Schnitt zwischen den beiden Passagen deutlich zu sehen. Der daraus abgeleitete Vorwurf, Extremismustheorien bildeten die Grundlage unserer Praxis, ist so absurd, dass wir ihn nur für ein groteskes und mutwilliges Missverständnis halten können. Wichtiger ist, dass wir uns den Fragen zuwenden, die jetzt dran sind:
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