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Pressemitteilung und Berichte über das Aktionsnetzwerk
PMs des Aktionsnetzwerks
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Berichte aus der Presse über das Aktionsnetzwerk
Hintergründe und Wissenswertes zu Faschismus und Rassismus.
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Aktionen des Aktionsnetzwerks gegen Rechtsextremismus

Wir möchten gemeinsam daran arbeiten, dass sich Flüchtlinge und andere neue Nachbarn bei uns willkommen fühlen können. Unserer Einladung zur Gründung eines Arbeitskreises sind 14 Menschen gefolgt. Wir haben Ideen gesammelt, Ansprüche formuliert und uns kennengelernt. Wir sind offen für Menschen, die sich einbringen möchten, und wollen mit anderen Initiativen solidarisch zusammenarbeiten. Im Mittelpunkt des ersten Treffens stand die Frage: Wie könnte eine "wirkliche Willkommenskultur" aussehen? Zunächst wollen wir Kontakt zu den Betroffenen herstellen und gemeinsam Unterstützungsangebote erarbeiten. Wir sehen aber auch Handlungsbedarf, das Klima gegenüber Flüchtlingen zu verbessern und die Unterbringung von Flüchtlingen in Jena kritisch zu begleiten.

Weiter Informationen und Möglichkeiten, sich aktiv einzubringen, gibt es unter www.welcome-in-jena.de

Der Arbeitskreis hat das Ziel, Demonstranten die Angst vor zivilgesellschaftlichem Handeln zu nehmen. Dafür bieten wir verschiedenste Trainings an, die Demonstrations- und Protestformen im Übungsrahmen simulieren. Dabei sollen Handlungsfähigkeit und Effektivität der Protestform und die Organisation derselben den Teilnehmern näher gebracht werden. Inzwischen haben mehr als fünfzehn erfolgreiche Trainings in Jena und anderen Orten stattgefunden. Im Arbeitskreis Demo 1x1 sind rund zehn Trainer aktiv, die über sowohl über Aktions-, als auch Moderationserfahrung verfügen.

Die Gruppe setzt sich inhaltlich mit rechtsextremistischer Argumentation und Gedankengut auseinander. Die Aktiven haben bisher vor allem Diskussionsrunden und Buchvorstellungen organisiert, um die Diskussion in der Breite zu führen, z. B. Veranstaltungen mit den bundesweit bekannten Experten Jan Raabe, Thoralf Staud, Andreas Klärner und Holger Kulick. Den Zuletztgenannten konnten wir im Vorfeld des diesjährigen "Fest der Völker" dafür gewinnen, in Jena sein aktuelles Buch zum Thema Handlungsstrategien gegen Rechts zu präsentieren.

Der Arbeitskreis „Sprechende Vergangenheit“ erinnert mit seinen Veranstaltungen an die nationalsozialistische Vergangenheit der Stadt Jena. Auf gestalteten Stadtrundgängen, bei öffentlichen Diskussionsveranstaltungen, mit Vorträgen und Ausstellungen werden verschiedene Aspekte dieser Zeit thematisiert und zugleich die Geschichtslügen der Nazis demaskiert. Besonders die Stadtrundgänge zu authentischen Orten der Stadtgeschichte haben nachhaltige Wirkung, denn sie unterstützen die Bildungsarbeit schulischer Einrichtungen als offenes Angebot. Gegenwärtig arbeitet der Arbeitskreis an einem virtuellen Stadtrundgang („Vernetztes Gedächtnis“) zum Thema „Jena in der Zeit des Nationalsozialismus“, der auf die Homepage der Stadt Jena gestellt werden soll.

Kategorie um Diskussionen besser online führen zu können.

Peter Petersen spielte in der Jenaer Schul- und Universitätsgeschichte eine wichtige Rolle. Im Rahmen der linksrepublikanischen Greilschen Reformen wurde er 1923 auf den Lehrstuhl für Schulpädagogik berufen und übernahm damit auch die Verantwortung für die Universitätsübungsschule. Mit seiner Reformpädagogik, dem aus ihr entwickelten Schulmodell des Jenaplan und seiner Umsetzung in der zur ersten Jenaplanschule umgestalteten Universitätsübungsschule ist er in unserer Stadt und weit darüber hinaus bis heute präsent. Nach dem Ende der DDR wurde ein Platz nach ihm benannt, die ab 1991 neu aufgebaute Jenaplan-Schule aber nicht. Schon dies war der kritischen Diskussion um seine Person und Rolle im Nationalsozialismus geschuldet.

Die Forschungen zur Jenaer Universitätsgeschichte, insbesondere die im 2003 erschienen Band „Kämpferische Wissenschaft“ veröffentlichten Erkenntnisse zur Jenaer Universität in der Zeit des Nationalsozialismus bildeten auch für die Einordnung der Rolle Peter Petersens eine neue Grundlage. Die von dem Frankfurter Erziehungswissenschaftler Benjamin Ortmeyer 2009 veröffentlichte Arbeit „Mythos und Pathos statt Logos und Ethos“ bewirkten eine neue öffentliche Diskussion um die Rolle von Reformpädagogen wie Peter Petersen während der Zeit des Nationalsozialismus und unseren heutigen Umgang mit ihnen. Damit entbrannte auch die Debatte über die Umbenennung des Petersen- Platzes in Jena.

Die Stadt Jena und insbesondere der für die Straßennamen zuständige Kulturausschuss des Stadtrates waren von Anfang an bestrebt, diese Diskussion öffentlich und auf der Grundlage gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnisse zu führen.

Dazu wurde der Workshop „Peter Petersen und die Jenaplanpädagogik. Historische Befunde und Aktualität“ durchgeführt. Die Ergebnisse liegen als Bilanz nun dem Kulturausschuss und auch der Öffentlichkeit vor. Jetzt kommt es darauf an, diese wissenschaftlichen Erkenntnisse politisch zu werten und zu einer politischen Entscheidung über die Benennung des Platzes am Arbeitsamt zu kommen.

Auch im Rahmen des Jenaer Aktionsnetzwerks gegen Rechtsextremismus wurde diese Debatte geführt, zuerst und am gründlichsten im Arbeitskreis „Sprechende Vergangenheit“, später im Plenum.

Im Aktionsnetzwerk gibt es immer unterschiedliche Positionen. Wir halten diese Vielfalt für eine unserer Stärken und erfahren doch regelmäßig, wie mühsam es ist, die Unterschiedlichkeit auszuhalten, aus der wir unsere Kraft schöpfen.

Wir dokumentieren hier ausgewählte Beiträge zum Thema.




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