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Projekt Mahngang TitelbildAm 1. Februar 2008 hat der Arbeitskreis ‚Sprechende Vergangenheit' des Jenaer Aktionsnetzwerks gegen Rechtsextremismus anlässlich der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler vor 75 Jahren einen Mahngang durch die Stadt organisiert. An verschiedenen historischen Orten wurde Station gemacht, um an die nationalsozialistischen Verbrechen und ihre Opfer zu erinnern.


Die Notwendigkeit, mit Namen und Adressen der Ereignisse zu gedenken, deren Folgen sonst in einer Zahl mit vielen Nullen benannt werden und so die Alltäglichkeit von Diskriminierung, Ausschließung, Enteignung und Mord im nationalsozialistischen Jena zu vergegenwärtigen, ist innerhalb des Netzwerks unumstritten. Die folgende Kontroverse nimmt ihren Ausgang denn auch nicht bei verschiedenen Meinungen bezüglich des ‚historisch-dokumentarischen' Kerns des Stadtrundgangs, sondern bei der Rahmung durch das Motto „30. Januar 1933: Nazi-Fackelzug durch Jena ... 19. März 1945: Jena verbrennt im Bombenhagel". Die Kritik, wie sie Peter Bescherer formuliert hat, lässt sich zusammenfassen in dem Vorwurf, die Verknüpfung beider Daten widerspreche dem substanziellen Anliegen des Mahngangs und lenke den Blick auf die deutschen Opfer der Zerschlagung des Nationalsozialismus, nicht auf die Ausmaße der nationalsozialistischen Verbrechen. Gisela Horn verteidigt das Motto unter Verweis auf die ‚ganze Geschichte' des Nationalsozialismus, zu der auch die Zerstörung deutscher Städte gehöre, sowie auf die Anschlussfähigkeit an die grundsätzlich aufgeschlossenen Teile der Stadtgesellschaft.

Die beiden Kommentare sollen eine Diskussion eröffnen, von der wir uns erhoffen, dass sie unsere Argumente schärft und Teil einer breiteren Debattenkultur wird.

Zum Beitrag von Peter Bescherer

Zum Beitrag von Gisela Horn




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