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Seit fast einem Jahr gibt es Diskussionen zu Veröffentlichungen in der Zeitschrift „unique“, in denen Neonazis und Antisemiten eine Plattform geboten wird, in denen unkommentiert rechtsextreme, menschenverachtende und rassistische Äußerungen und Hasstiraden veröffentlicht werden, in denen kriegsverherrlichende Kräfte relativiert und verharmlost werden.

Jetzt reicht es.

Eine antifaschistischen Initiative hat durch den Zugriff auf den Mailverkehr zwischen dem Neonazi Nico Schneider und des Chefredakteurs Fabian Köhler aufgedeckt, dass dessen wiederholt zur Verteidigung herangezogenes Argument von Meinungsvielfalt nur eine Schutzbehauptung ist, hinter der sich seine tatsächlichen Kontakte und Beziehungen zur rechtsextremen Szene verbergen.

Die Form der Informationsbeschaffung ist illegal, aber ist sie in einem solchen Fall illegitim?. Entscheidend sind die Inhalte, die dadurch offenkundig geworden sind. Fabian Köhler hat gelogen, als er sich immer wieder als ein neutraler Journalist zu inszenieren versuchte. Er ist der Kumpel von Rechtsextremen und verfasst seine Texte in Absprache mit Rechtsextremen. Und jetzt versucht er erneut dieses Spielchen, indem er sich das Etikett des „investigativem Journalismus“ anheftet, obwohl er gegen alle Regeln des journalistischen Umgangs mit Nazis verstoßen hat. Fabian Köhler muss abtreten.

Damit allein ist das Problem der „unique“ aber nicht gelöst. Wenn sich eine Redaktion in dieser Situation ohne jegliches kritisches Bewußtsein hinter ihren Chef schart, wenn allen Ernstes gemeint wird, dass das Private („Bierchen trinken“ mit einem Neonazi) und das Politische (die Herausgabe einer interkulturellen Zeitschrift) miteinander vereinbar sind, dann fällt der Blick auf kollekive Heuchelei, auf journalistische Inkompetenz oder rechtes Sympathisantentum. Eine solche Redaktion muss abgelöst werden., wenn die „unique“ weiterhin eine interkulturelle Zeitschrift an einer demokratisch verfassten Universität sein will.

Dabei geht es nicht um Zensur. Es geht um die Diskussion eines journalistischen Anspruchs, der nicht durch die Geltungssucht eines Chefredakteurs, sondern durch politische Sachkenntnis, journalistische Verantwortlichkeit und Sensibilität geprägt sein sollte. Es geht um eine Zeitschrift, die Rechtsextremisten nicht die Propagandatür öffnet, sondern allem rechtsextremen, antisemitischen, rassistischen und kriegsverherrlichenden Gedankengut entschieden entgegen tritt, die für interkulturelle Toleranz, für ein gleichberechtigtes und soldarisches Miteinander der Kulturen wirbt.

Und es geht um auch um die politische Kultur an der Universität und in der Stadt. Wenn eine Mehrheit der Studierenden sich für die Debatte überhaupt nicht interessiert, wenn die (verständliche) Diskussion um die Faktenbeschaffung die Auseinandersetzung mit den Fakten selbst verdeckt, wenn ein Redakteur, der mit der rechtsextremen Szene von Jena verbandelt ist, nicht nach Hause geschickt wird – dann stimmt etwas nicht. Darüber muss öffentlich diskutiert werden!




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