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Für den 12. September hatte die NPD Jena zum 4. "Fest der Völker", einem Rechtsrockfestival, nach Pößneck eingeladen. Fast eintausend Menschen aus ganz Thüringen und darüber hinaus beteiligten sich an vielfältigen Aktionen gegen das Nazievent. Davon schlossen sich mehr als sechshundert dem Konzept des Aktionsnetzwerks an und versperrten in drei gewaltfreien Sitzblockaden die Zugänge zum Veranstaltungsort der Nazis.
Die Rechtsextremen kennen das schon: 2007 wurde der Beginn des FdV in Jena über Stunden verzögert, 2008 die Hauptzugänge in Altenburg blockiert.
In Pößneck erreichten heute nur 470 Rechtsextreme ihr Konzert und hatten dabei wenig Spaß. Durch das beharrliche zivilgesellschaftliche Engagement der letzten Jahre verliert das so genannte Fest der Völker spürbar an Attraktivität innerhalb der rechtsextremen Szene.
"Es ist der Jenaer NPD nicht annähernd gelungen, so viele Besucher zu mobilisieren, wie angestrebt. Das sehen wir als Erfolg der vielfältigen Protestbewegung an," so Luise Zimmermann, eine der SprecherInnen des Jenaer Aktionsnetzwerks. "Der heutige Tag zeigt, dass ziviler Ungehorsam gegen Nazifeste nicht nur legitim, sondern auch erfolgreich ist."
Zwar gelang es uns nicht, das Nazifest zu verhindern. Aber eines konnten wir der NPD zeigen: ihre Strategie, in immer kleinere Städte auszuweichen, hat keinen Erfolg. Der Widerstand wächst auch dort; jedes Fest der Völker führt zu einem Erstarken der lokalen Initiativen und der thüringenweiten Vernetzung. Viele Menschen begreifen es endlich als ihr Problem, wenn Nazis aus ganz Europa ihre Menschenverachtung feiern. "Blockaden sind eine Aktionsform, die es Vielen ermöglicht, ihren Protest nicht nur deutlich, sondern auch wirksam zu machen", sagt Eckart Hesse vom Jenaer Aktionsnetzwerk, das gemeinsam mit anderen Initiativen zu den Blockaden aufgerufen hatte.

Eine ausführliche Auswertung wird am Montag folgen, wenn die Einschätzungen des Legalteams, von Ermittlungsausschuß und InfoTelefon vorliegen.



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