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Baupolizeiliche Sperrung der Jenaer NPD-Zentrale
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 Foto: Indymedia
Das so genannte „Braune Haus“, der Sitz der Jenaer NPD in Altlobeda, wurde gestern Vormittag in Abwesenheit der Bewohner vom  Fachdienst Bauordnung der Stadtverwaltung Jena geräumt. Seit längerem ist bekannt, dass das Objekt schwerwiegende  Baumängel aufweist und schon vor Monaten wurden von der Stadt  entsprechende Auflagen erteilt, da der aktuelle Zustand Gefahr für  Leib und Leben der Bewohner und Besucher darstellen würde,  außerdem gravierende Umbauten ohne Baugenehmigung vorgenommen  worden seien. Die gestrige Räumung des Gebäudes ist insofern keine Überraschung, der juristische Fortgang bleibt abzuwarten.
 

„Vorläufig ist das Braune Haus geschlossen - aus baurechtlichen Gründen. Das hat nichts mit unserem Anspruch zu tun, uns den Nazis kontinuierlich in den Weg zu stellen und entbindet uns nicht von unserer Verantwortung. Letztendlich handelt es sich nur um eine Störung der Alltagsgeschäfte. In einer heißen Wahlkampfphase und so kurz vor dem Rechtsrockfest am 12. September in Pößneck mag das eine vielleicht empfindliche Störung sein. Aber die Nazis lösen sich ja nicht in Luft auf, nur weil ihr Haus gesperrt ist.“, sagt Judith Dreiling vom Jenaer Aktionsnetzwerk.  Dr. Wolfgang Rug ergänzt: "Nazis dürfen weder in Parlamenten noch  in einer Stadt geduldet werden. Das haben wir und mit uns viele Menschen im vergangenen Jahr durch Demonstrationen und kreative Aktionen auch hier vor Ort deutlich gemacht. Insofern gratulieren wir den Altlobedaern von Herzen, dass sie die Nazis in der  Nachbarschaft erst einmal los sind.“
Das Haus in der Jenaischen Str. 25 diente der NPD bisher als Schulungszentrum,  Veranstaltungsort und Treffpunkt und war ein wichtiges Zentrum für rechtsradikale Strukturen in Thüringen. Im Umfeld kam es immer wieder zu Straftaten, Teilnehmer von Protestdemonstrationen wurden zuletzt im Juli 2008 mit einem Feuerlöscher und Fahnenstangen angegriffen. „Langfristig hilft wohl nur, der NPD den Geldhahn abzudrehen.“, so  Judith Dreiling. „Angeblich werden 20.000€ für die Baumaßnahmen benötigt, Geld, das sie im Moment nicht haben. Mitte September könnte das jedoch anders aussehen: Ich kann mir vorstellen, dass ein Großteil der erhofften Einnahmen aus dem in  Pößneck stattfindenden rechtsextremen „Fest der Völker“ direkt ins  „Braune Haus“ fließen, schließlich organisieren das Nazis aus Jena.“ Luise Zimmermann, eine der SprecherInnen des Aktionsnetzwerks  dazu: „Wenn es uns gelingt, das Nazifest in Pößneck zu blockieren, hat das direkte Auswirkungen auf die Situation der NPD in ganz Thüringen. Wir hoffen, dass sich auch dieses Jahr wieder viele Menschen, unter anderem aus Jena, friedlich und entschlossen den Nazis in den Weg setzen. Es liegt an uns, den Neonazis zu zeigen, dass wir sie weder hier noch anderswo dulden.“




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